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Ohrpiercing

Außer beim gewöhnlichen Ohrring durch das Ohrläppchen handelt es sich bei allen Ohrpiercings um Stiche durch Knorpelgewebe.

Diese müssen mit besonderer Vorsicht gestochen und gepflegt werden und schwellen zu Beginn der Abheilzeit meist ein wenig an. Die Stiche sind häufig recht schmerzhaft.

Die Ohrmuschel besteht aus elastischem Knorpel, der von eng anliegender Haut überzogen ist. Es werden beim Piercen also zwei unterschiedliche Gewebearten durchstochen, die unterschiedlich schnell heilen.

Es muss darauf geachtet werden, dass sich beim Stechen nicht die Haut vom Knorpel löst und ein Bluterguss entsteht, der unbehandelt zum gefürchteten Blumenkohlohr führen könnte.

Zahlreiche Piercer stechen Knorpelpiercings gerne mit einer stärkeren Nadel als der einsetzende Schmuck misst, damit die Haut mehr Platz im Stichkanal hat, um sich neu zu bilden, sowie um die Spannung und damit den Druckschmerz im Ohr zu verringern. Allerdings kann es dann nach dem Piercen ein wenig stärker bluten.

Sehr wichtig für eine problemlose Heilung ist die richtige Größe und Durchmesser des Schmucks, damit das Piercing nicht wandert oder allzu sehr vernarbt. Ringe sind bei den meisten Knorpelpiercings wegen der einfacheren Pflege zu bevorzugen.

Da die meisten Menschen mehr oder weniger auf ihren Ohren schlafen, kann es bei der Heilung leicht zu Komplikationen kommen. Auch lange Haare stören eher, da sie sich im Piercing verwickeln können. Dies kann man umgehen, wenn man anstelle eines Rings oder Barbell ein Labret einsetzt, die Platte hinter dem Ohr drückt dann nicht.

Knorpelpiercings im Ohr brauchen bis zu neun Monaten, mindestens aber drei Monate zur vollständigen Heilung. Die Namen der Knorpelpiercings stammen meist von der anatomischen Bezeichnung des jeweilig durchstochenen Teils des Ohrs.

Anmerkungen

Ohr und Nasenknorpel sollte nicht mit einer Ohrlochpistole geschossen werden, durch den Druck beim Schießen kann es zu Knorpelverletzungen kommen, da der Knorpel durch diesen relativ stumpfen Schmuck zerrissen wird.

Unter dem Mikroskop sieht man dann die kleinen Ausbuchtungen, in denen sich Bakterien und Erreger festsetzen können und es dadurch zu Entzündungen und Vereiterungen kommen kann.

Dies ist in soweit gefährlich, da Knorpel nicht richtig durchblutet wird , sondern durch Stoffaustausch ernährt wird und die Abheilungsphase dementsprechend länger dauert.

Es gibt bei Vereiterungen auch nahezu kein Medikament, welches Knorpelwirksam ist, das heißt der Knorpel kann im Extremfall abfaulen, daher muss dort besonders vorsichtig gearbeitet werden.

Leider wissen das noch viel zu wenige, und es wird weiterhin geschossen, dabei kann man in keiner Ohrlochpistole das Innenleben reinigen/desinfizieren/sterilisieren und durch diesen Druck kann es ja doch zu Verschmutzungen mit Blut und Gewebe kommen.

(im Zeitalter von AIDS und Hepatitis äußerst interessant).

Es ist zwar bedeutend billiger aber eben auch gefährlicher.

Gesundheitliche Schäden die durch ein Piercing, ein Tattoo oder auch durch eine nicht notwendige Schönheit-OP entstanden sind werden von den gesetzlichen Krankenkassen nicht mehr übernommen.   Die Kosten der ärztlichen Behandlung sind seit dem 01.07.2008 ausschließlich eine Privatleistung. Der Arzt oder auch Krankenhäuser sind verpflichtet worden, Meldungen an die jeweilige Krankenkasse zu melden.